20. Oktober, 15:30-17:00 Uhr, Bildungszentrum 21

Heterogene Demokratie Referat

Als Antwort auf die Frage nach den Quellen und der möglichen Form einer tragfähigen Idee der Demokratie möchte ich eine Kontinuitätsthese anbieten, die diese Frage mit den Konflikten und Kämpfen „um 1968“ (und dem, wofür dieses Datum steht) verbindet. Denn dort fand sich immer wieder die Forderung eines anderen Verständnisses und einer anderen Umsetzung der Versprechen der Demokratie von Gleichheit und Partizipation, d.h. eine – bislang unerfüllte ‑ Forderung einer „Demokratisierung der Demokratie“.

  • Martin Saar

    Professur für Sozialphilosophie, Goethe-Universität Frankfurt

    Martin Saar ist seit Herbst 2017 Professor für Sozialphilosophie am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Er hat an der Freien Universität in Berlin und in New York Philosophie, Psychologie und Volkswirtschaftslehre studiert. Er hat in Frankfurt im Rahmen einer Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit einer Arbeit zum Begriff der Genealogie bei Nietzsche und Foucault im Fach Philosophie promoviert, war anschließend wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und wurde mit einer Arbeit zur politischen Theorie Spinozas habilitiert. Professurvertretungen und Gastaufenthalte haben ihn an die Universitäten in Bremen, Hamburg, an die New School for Social Research in New York und an die Humboldt-Universität geführt. Von 2014 er 2017 war er Professur für Politische Theorie an der Universität Leipzig. An der Goethe-Universität ist er Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Kollegiums des Instituts für Sozialforschung. Seine Arbeitsschwerpunkte und Interessen beziehen sich einerseits auf die Philosophie und Politische Ideengeschichte der frühen Neuzeit, besonders das Werk des holländischen Philosophen Baruch de Spinoza, dessen Überlegungen zu einer vielfältigen, „heterogenen Demokratie“ er gerade für die Frage nach dem Zusammenleben unter heutigen politischen Bedingungen für überraschend aktuell hält. Andererseits interessiert er sich für das Problem der Macht als zentralem gesellschaftlichem Faktor, wie es in der neueren französischen Philosophie, in der Theoriegeschichte des Marxismus und besonders in der Kritischen Theorie eine herausragende Rolle spielt.

Moderation: Flavio Marelli