20. November, 14:00-15:00 Uhr, Festsaal

Was Maschinen (nicht) können (können) Workshop

Seit mindestens fünf Jahrhunderten sind wir bestrebt, die Welt in einen gigantischen Maschinenpark zu verwandeln. Und wie Gott den Menschen nach seinem, so haben wir immer auch versucht, Maschinen nach unserem Ebenbild zu erschaffen. Je mächtiger die Automatisierung allerdings voranschritt, desto mehr brachte sie umgekehrt Menschen nach dem Ebenbild von Automaten hervor: Industriesklaven, Apparatschiks, Nurds. Für unzählige hat sich dieses Projekt als Hölle erwiesen, doch wie Dante hoffen wir nach wie vor, durch eben diese Hölle ins Paradies zu kommen: das Paradies als digitalisiertes Schlaraffenland. Dabei werden die Maschinen immer selbstständiger, sind immer weniger auf uns angewiesen, drohen gar, uns über den Kopf zu wachsen –, sofern wir nichts anderes sind als sie, Roboter im ursprünglichen Wortsinn: Fronarbeiter. Höchste Zeit also, zu begreifen, was uns von allen Mechanismen und ihrem Cyberspace genuin unterscheidet, um uns endlich aus jeder Art Sklaverei zu befreien und die Erschaffung des Menschen an anderen Ebenbildern zu versuchen.

  • Rolf Niederhauser

    lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Basel; ist Autor des Romans "Seltsame Schleife" (2014), welcher auf einem Road Trip von Nord- nach Süd-Amerika und zurück

    die Spannung zwischen künstlicher Intelligenz und Sprache, Liebe und Identität thematisiert.